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Volkstrauertag 2020

Wilhelmsfeld, den 16. 11. 2020

Im Jahr 1922 führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge den Volkstrauertag als Ehrentag für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges ein. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde er zu propagandistischen Zwecken-  zum "Heldengedenktag" umfunktioniert. Erst seit 1950 wurde der Volkstrauertag wiederbelebt und findet seit 1952 wieder statt – zum Gedenken der Opfer der Weltkriege sowie als Mahnung für die nachfolgenden Generationen. Auch in diesem Jahr ist diese Gedenkveranstaltung von VdK und Gemeinde gemeinsam veranstaltet. Dieses Jahr in etwas anderer Form, in kleiner Runde. Ihnen Herr Kling vielen Dank für die Mitwirkung. Die Erinnerung zu bewahren ist ein Verdienst des VdK, der sich von einem Verband der Kriegsversehrten zu einem Sozialverband wandelt. Er versteht sich nun auch als Anwalt der Schwachen und Kranken. Eine sehr gute Entwicklung. Denn aus Armut und Ungerechtigkeit wächst kein Frieden. Sich für soziale Gerechtigkeit einzusetzen ist aktive Friedensarbeit.

Der Volkstrauertag hat sich gewandelt. Der persönliche Bezug ist weitgehend weggefallen – er war lange Zeit ein Ort der Trauer für Menschen und Gruppierungen, die ihrer Mitmenschen, Verwandten und Freunden betrauerten. In der Festschrift zum 250jährigem Bestehen war der Weltkrieg noch stark präsent und an vielen Stellen noch der Toten der beiden Weltkriege gedacht. Hier spürt man noch die persönliche Betroffenheit.

Auch Wilhelmsfeld hatte seinen Ort der Trauer mit dem 1925 errichteten Kriegerdenkmal am Standort der heutigen Feuerwehrhalle, seit 1960 an dem jetzigen Standort. Der ursprüngliche Standort war eigentlich geeigneter – er war sichtbarer - zur lebendigen Erinnerung an das Leid der beiden Kriege. Manchmal brauchen wir immer wieder sichtbare Mahnmale. Dass wir nicht vergessen.

 

 

 

Wir gedenken am Volkstrauertag der Opfer der zwei Weltkriege. Unsere Aufgabe ist es, dieses Gedanken auch für künftige Generationen wach zu halten.

  • 55 Soldaten sind im ersten Weltkrieg gefallen. Wilhelmsfeld hatte damals 900 Einwohner_innen
  • 126 Soldaten sind im zweiten Weltkrieg gefallen – bei 962 Einwohner_innen 1939
  • Elisabeth Schmitt und Peter Schmitt wurden 1940 und 1938 im Zuge des Euthanasieprogramms abgeholt und ermordet
  • Der regimekritische Pfarrer Hans Sehringer aus Wilhelmsfeld vertrieben
  • Wir gedenken auch der russischen, belgischen und französischen Zwangsarbeiter_innen, die in Wilhelmsfeld beim Bauhof, der Hühnerfarm oder als Postbusfahrer eingesetzt wurden. Für sie unterhält die Gemeinde Wilhelmsfeld ein Ehrengrab einer 1944 verstorbenen Zwangsarbeiterin zum Gedenken

Der Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, später der Europäischen Union, dem Vertrag von Schengen und der gemeinsame Währungsunion ist vor allem zu verdanken, dass wir seit 1945 keinen Krieg mehr auf deutschem Boden haben. Auch wenn eine Einheit Europas nicht immer einfach ist. Wir müssen an dieser Stelle zu Europa stehen. Jugendbegegnungen, Städtepartnerschaften sind ein Erfolgskonzept, die leider viel zu wenig gewürdigt werden. Sie ist ein Teil der europäischen Lebenswirklichkeit. Und welch eine gute Idee dass seit 2019 an 18jährige von der EU Interrail-Tickets verschenkt werden.  Junge Menschen können dadurch unser gemeinsames Europa kennenlernen. Leider ist diese Idee im Jahr 2020 gerade nicht so umsetzbar.

Die Europäische Union ist für Jugendliche in Deutschland Realität und Alltag. In den Shell-Studien 2002 und 2006 zeigte sich bei Jugendlichen mehrheitlich ein positives Bild von Europa. Auch 2019 konnten die Verfasser der Studie das bestätigen. Jugendliche assoziieren mit der EU vor allem Freizügigkeit, also die Möglichkeit andere Länder zu besuche und auch dort zu leben. Der Frieden steht schon an dritter Stelle. Die Europäische Union steht für Frieden bei 82% der deutschen Jugendlichen von 14 bis 25 Jahren. Das ist eine Zahl, die hoffnungsfroh stimmt. Die Weimarer Republik war ein gelungenes Konzept. Leider gab es zu wenig Demokraten, eine zu schwache Zivilgesellschaft, die diese Idee verfolgt haben. Wir brauchen in Europa starke Europäer. Wir brauchen Bürger_innen, die sich für die Demokratie einsetzen. Und gerade das Engagement der heutigen Jugend und ihr politisches Interesse stimmt hoffnungsfroh.

Meinem Dank heute gilt allen Institutionen, die an der Kranzniederlegung ermöglicht haben. Dank dafür, dass das Gedenken stattfindet konnte.

 

 
Kontakt
 

Gemeinde Wilhelmsfeld
Johann-Wilhelm-Str. 61
Postfach 1120
69259 Wilhelmsfeld

 

Fon +49 (0) 6220 5090
Fax +49 (0) 6220 50935

 

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