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Geschichte & Wappen

Wilhelmsfeld liegt inmitten eines großen Gebietes, das etwa bis zum Jahr 1000 unbesiedelt war. Nur Jäger mögen sich in den Urwald verirrt haben. Es sind kaum vorgeschichtliche Bodenfunde östlich der Bergstraße bekannt, auch nicht solche aus der Römerzeit. Die ersten Ansiedler bevorzugten bessere Böden und leichter zu rodende Wälder. Das Gebiet des vorderen Odenwaldes zwischen der Steinach und dem Grundelbach bei Weinheim war noch Allmend der Bergstraßendörfer. Erst im frühen Mittelalter begannen die Ritter, die auf der Hinterburg, der Strahlenburg und in Neckarsteinach saßen, den südwestlichen Odenwald zu erschließen.

 

Von Schriesheim aus entstanden Altenbach und Lampenhain. Bei Lampenhain, wo es den Flurnamen Burgschell gibt, vermutet man eine erste kleine Burg, bevor die Strahlenberger die Burg Waldeck im Steinachtal als Mittelpunkt ihrer Odenwälder Herrschaft errichteten. Um diese Zeit wird auch schon Bärsbach genannt sowie über der Steinach die im vorigen Jahrhundert ausgegangenen kleinen Orte Hohenöd und Ringes bei Heiligkreuzsteinach. Die Burg Waldeck wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört, blieb aber noch jahrhundertelang Mittelpunkt eines kurpfälzischen Verwaltungsbezirks, selbst noch in badischer Zeit.Im Jahre 1710 wandte sich die Kellerei Waldeck an die kurfürstliche Regierung in Heidelberg mit dem Vorschlag, in der Wildnis an der Hilsbach eine kleine Siedlung zu gründen, wofür sich einige abwanderungslustige Bauern aus Heiligkreuzsteinach, Eiterbach und Hilsenhain beworben hatten. Dieses älteste Schriftstück über Wilhelmsfeld, am 7. Juli 1710 in Heddesbach ausgestellt, weil dort der Kellereischultheiß seinen Wohnsitz hatte, befindet sich im Generallandesarchiv Karlsruhe.

 

Das Oberamt in Heidelberg ließ auch schon im Dezember 1710 von sich hören; seine kurfürstliche Durchlaucht hatten nichts dagegen einzuwenden, dass fünf seiner Untertanen das Odenwaldtal an der Hilsbach urbar machten. So kamen denn im Frühjahr 1711 Adam und Peter Reinhard aus Heiligkreuzsteinach, Hans und Hans Georg Gärtner aus Eiterbach und Leonhardt Müller aus Hilsenhain und begannen den Wald zu roden. 1727 hatte der Ort bereits 118 Einwohner, 1732 zählte man 32 weit verstreute Häuser. Als 1790 der Centwald aufgeteilt wurde, mussten sich die Wilhelmsfelder erst um eine eigene Gemarkung bemühen; der Staat trat ihnen 87 Morgen vom Köhlerwald ab. Um 1720 wurden die ersten Häuser an der Silbergasse gebaut. Dieser Ortsteil hieß damals "Am Erlbrunnen", doch "wanderte" der Gewannname allmählich den Berg hinauf.

 

Der Angelhof kam 1722 dazu. Allmählich entwickelten sich die Ortsteile am Riesenberg, Mitteldorf, Unterdorf und Oberdorf (Bachgasse). Das Unterdorf war ein einziges großes Bauernanwesen im Besitz der Familie Reinhardt, auch die anderen Siedlernachkommen hatten noch großes Grundstückseigentum, doch kam es bald zur Zersplitterung durch Erbteilung und Verkauf. Um 1730 wurde am äußersten Ende der damals zur Schriesheimer Gemarkung gehörende "Schriesheimer Hof" errichtet. Zur gleichen Zeit erstand am entgegengesetzten Ende von Wilhelmsfeld die Neumühle, die vor wenigen Jahren abgebrochen wurde. Die letzten Waldstücke wurden 1790 südlich der Stephansgasse (Johann-Wilhelm-Straße) gerodet.

 

Nach dem Übergang an Baden 1803 schieden Wilhelmsfeld, Altneudorf und Heddesbach aus der Gemeinde Heiligkreuzsteinach aus und wurden selbständige Gemeinden. Bis 1867 wurden die Gemeindegeschäfte in der Wohnung des Bürgermeisters erledigt, dann erst konnte man ein eigenes Rathaus erwerben. Mit der politischen kam auch die kirchliche Selbständigkeit. Wilhelmsfeld wurde zusammen mit Altenbach eine evangelische Pfarrei; das war 1863, drei Jahre später wurde das Pfarrhaus erbaut, 1868 die Kirche. Die katholische Gemeinde wurde noch lange von Heiligkreuzsteinach aus versehen und kam erst 1908 zu einem eigenen Gotteshaus. Die Schule blieb noch lange das Sorgenkind. Das Privileg des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz, womit einigen Ansiedlern "in der Hilsbach" gestattet wurde, ein kleines Dorf anzulegen, ist vom 23. Dezember 1710 datiert. Erst im Lauf des Jahres 1711 wurde im Hilsbachtal der Wald gerodet und die ersten Ansiedler errichteten ihre Hütten. Das Hilsbachtal gehörte zur Kellerei Waldeck, und Wilhelmsfeld ist die jüngste dörfliche Siedlung in diesem Gebiet, das im Mittelalter ein Lehen der Herren von Strahlenberg war.

 

Verwaltungssitz war die Burg Waldeck im Steinachtal, kirchlicher Mittelpunkt bis in unsere Zeit Heiligkreuzsteinach.. Noch zu Beginn des vorigen Jahrhunderts bildete nach dem Organisationsedikt des Großherzogs Karl Friedrich das Stabsamt Waldeck einen Teil der zur badischen Pfalzgrafschaft gehörenden Landvogtei Strahlenberg, die allerdings ihren Sitz nicht in Schriesheim, sondern in Mannheim hatte. Als Wilhelmsfeld entstand, war das Hilsbachtal noch vom Wald bedeckt. Es war der Schriesheimer Centallmendwald, aus dem die Gemarkung des neuen Dorfes herausgeschnitten werden musste. Bereits 1432 werden Aschenbrenner in der Gegend der "Angelgrube" erwähnt; dort steht jetzt noch der Angelhof, unweit davon erinnert der Name "Pottaschenloch" an die gewerbliche Tätigkeit, die mit dem Betrieb der Glashütten im späteren Peterstal verbunden war. Auch Köhler hatten in dieser Gegend ihre Meiler, der Köhlerwald in Wilhelmsfeld hat seinen Namen davon, ebenso wie der Kohlhof.

 

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts scheint es in verschiedenen Ortschaften des Steinachtals zu eng geworden zu sein. Ob für jüngere Söhne kein Platz auf dem elterlichen Hof war, oder ob die Felder überhaupt nicht mehr ausreichten, um alle Einwohner zu ernähren, jedenfalls wandten sich einige Bürger von Heiligkreuzsteinach, Eiterbach und Hilsenhain an die kurfürstliche Regierung mit Bittschriften, dass man ihnen die Ansiedlung im Hilsbachtal gestatten möge. Die Antwort wurde ihnen bald zuteil. Mit dem kurfürstlichen Bescheid, den das Oberamt in Heidelberg an die Kellerei Waldeck weiterreichte, stand der Ansiedlung im Hilsbachtal nichts mehr entgegen. Die neuen Bewohner, deren Nachkommen zum Teil heute noch in Wilhelmsfeld mit ihren Namen vertreten sind, bauten Häuser, rodeten Äcker und wandten sich auch pünktlich an die hohe Obrigkeit um Erhöhung der steuerfreien Jahre von sechs auf zwölf; sie nannten in dieser Eingabe ihr Dorf Wilhelmsburg, dem Kurfürsten zu Ehren. Bei den Bewohnern der Umgebung hieß es zunächst "das neue Dorf", so daß zum Unterschied das bei Heiligkreuzsteinach gelegene Neudorf den Namen Altneudorf erhielt. Der noch relativ junge Ort - er wurde 1710 von Kurfürst Johann Wilhelm gegründet - hat eine besonders geschichtsträchtige Umgebung: die alte Universitätsstadt Heidelberg mit ihrem weltberühmten Schloß, die historische Römersiedlung Ladenburg mit ihrer vorbildlich sanierten Altstadt, die Weinstadt Schriesheim an der Bergstraße, das alte Klosterstädtchen Schönau - sie alle haben eine große Vergangenheit, deren steinerne Zeugen bis heute zu sehen sind.

 

Die Geschichte Wilhelmsfelds trägt andere Züge: ursprünglich ein Wohnplatz für Köhler, Kleinbauern und Handwerker, hat es sich wegen seiner hervorragenden Lage nach dem Zweiten Weltkrieg zum bevorzugten Wohnort und Ausflugsziel für den nordbadischen Ballungsraum Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen entwickelt. Und weil nicht nur lufthungrige Städter gesundes Wohnen zu schätzen wissen, haben immer mehr Urlaubsgäste den von Wald umgebenen industriefreien Ort entdeckt. Ihnen gefällt die behagliche Gastlichkeit der eingesessenen Landgasthöfe und die familiäre Atmosphäre der Pensionen und Privatunterkünfte. Im Winter findet der Skiläufer hier eine der schönsten Langlaufloipen Nordbadens. Zu allen Jahreszeiten kommen Spaziergänger wie Wanderer voll auf ihre Kosten. Ruhebänke und hübsche Brunnenanlagen laden im Frühjahr, Sommer und besonders im farbenprächtigen Wilhelmsfelder Herbst zur Rast ein. Nichts hätte näher gelegen, als die Gemeinde ganz auf die Gesundung und Gesunderhaltung des Menschen auszurichten.

 

Mehrjährige Klimamessungen Anfang der sechziger Jahre bewiesen, was die regelmäßig wiederkehrenden Gäste längst wussten: die günstige Mittelgebirgslage um 500 Meter garantiert eine ungewöhnlich reine Luft. Kein Begriff kennzeichnet dieses Klima besser als das alte Wort "Sommerfrische". Auch die übrigen Jahreszeiten stehen mit ihren klimatherapeutischen Qualitäten dem Sommer in nichts nach. Erfahrene Kurgäste ziehen gerade die Zeiten vor, die dem Ort besondere Farben verleihen: zartes Grün im Frühling oder das leuchtende Goldgelb der Mischwälder im Herbst. Und wenn im Winter Gäste aus dem regenverhangenen Großstädten nach Wilhelmsfeld kommen, ist die Überraschung oft groß: der Schnee hat in dieser Höhe den Ort in eine malerische Winterlandschaft verwandelt.

 

Das Wappen

 

Das Wilhelmsfelder Wappen zeigt in blauem Schild eine schräg abwärts gerichtete Sichel, belegt mit einem aufrechtstehenden silbernen Beil, beide Werkzeuge, beide mit naturfarbenen Griffen und mit den Scheiden nach (heraldisch) links. Gemäß den Hauptfarben des Wappens hat die Gemeindeflagge die Farben weiß und blau, in der Reihenfolge von der Spitze der Fahnenstange aus. Wie der Heimatkundler Heinrich Neudeck in einer Untersuchung über das Wilhelmsfelder Wappen feststellt, führte die Gemeinde schon 1810 ein eigenes Ortssiegel, nicht erst 1818, wie das Generallandesarchiv annimmt. Dagegen war seit 1818 ein Siegel mit der Inschrift: "Großherz. Bad. Gericht Wilhelmsfeld 1818" um das badische Staatswappen im Gebrauch. Später wurde den Gemeinden der Gebrauch des Staatswappens untersagt und Wilhelmsfeld kehrte zu seinem ursprünglichen Wappensiegel zu. Der Metallstempel ist noch erhalten.

 

Erst 1909 wurde ein neues Siegel angefertigt, dessen Wappenbild dann auch beim Neubau des Rathauses in Stein wiedergegeben wurde. Am 25. September 1956 erhielt die Gemeinde Wilhelmsfeld durch das Innenministerium Baden-Württemberg das Recht, eine Flagge in den Farben Weiß-Blau zu führen. Die Wappenfiguren deuten auf die Entstehung des Dorfes hin. Das Holzbeil erinnert an die schwere Rodungsarbeit der ersten Ansiedler, die Sichel an die Landwirtschaft, von der sie sich mühsam ernährten. Mit den Wappenfarben ist angedeutet, dass Wilhelmsfeld eine Wittelsbacher Gründung ist, wie auch die bayrischen Landesfarben noch Weiß und Blau sind.

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